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Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt  in Sedlec

Die Kathedrale ist offen täglich außer Sonntag:

April - Oktobere 9-12 13-17

Eintritt  30,- CZK
Student 15,- CZK

 

Photoalbum

 

Die Zisterzienserabtei von Sedlec ward in Jahre 1142 von einem Adeligen Miroslav gegründet. Sie stellt das erste Zisterzienserkloster und eine der ersten von anderer Person als der Herrscher Klostergründungen Böhmens dar. Die Mönche wurden hierher vom fränkischen Kloster Waldsassen befördert. Durch deren Vermittlung schloß sich zuletzt die Sedletzer Abtei der Filiation an, die vom Mutterkloster Morimond Ausgang nahm.

  Das Sedletzer Kloster ging eine Entwicklung durch, voller Umwälzungen und Schicksalswendungen. In der ersten, 47 jähringen Zeitspanne seiner Existenz blieb es eine private, nicht allzuwichtige Gründung. Dann wurden in dessen Nähe, z.T.direkt auf dem Klostergelände selbst, Lagen von Silbererz aufgedeckt, auf deren Grund bald die berühmteste Bergstadt Böhmens erstand, Kutná Hora (Kuttenberg). Sedlec wurde somit plötzlich zur reichsten und politisch exponiertesten Abteiengruppe des Landes gesellt. Politische Engagiertheit des Klosters offenbarte sich besonders zu Beginn des l4.Jahrhunderts, als der Abt Heindereich sich in bedeutendem Maße an Verhandlungen beteiligte, die in die Besetzung des böhmischen Thrones durch die Luxemburgerdynastie dann ausmündeten. Die ruhmvolle Periode hielt allerdings nicht lange an, nur vierzig Jahre ungefähr. Seit den zwanziger Jahren des 14. Jahrhunderts begann das Kloster in Schulden zu verfallen, die sich mit der Zeit vergrößerten. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts stellte Sedlec eine der am meisten verschuldeten Kircheninstitutionen in Böhmen dar.

  Im Jahre 1421 wurde die Abtei durch hussitische Truppen vernichtet. Ein Teil der Mönche, dem es nicht gelang rechtzeitig zu entkommen, unterging in den Trümmern. Nach dem Jahre 1421 blieb das Kloster einige Jahrzehnte lang unbesetzt. Das Klosterleben erwachte wieder erst in den fünfziger Jahren des 15.Jahrhunderts, ein Schatten jedoch nurmehr von der einstigen Ruhmeszeit. Im Kloster lebte fortan nur eine kleine Anzahl Mönche, fast alle Klostergüter waren vergriffen. Die Lage änderte sich einigermaßen nach der Schlacht am Weißen Berge und beginnenden Rekatholierirung. Ende des 17.Jahrhunderts und besonders im Laufe des achtzehnten gelang es dem Kloster, einen Teil der Besitzungen zurückzugewinnen; seine Bedeutung, auch auf geistigem Gebiet, war wieder im Anstieg. Im Jahre 1783, unter Kaiser Joseph II. Regierung, wurde das Kloster mitsamt vieler anderen Kircheninstitutionen des Landes aufgelöst.

  Während ihres Bestehens machte die Klosteranlage drei Bauetappen durch, romanische, gotische und barocke. Von der Gestalt der romanischen Abtei fehlen Informationen, da sich nichts erhalten hat. Zur Zeit der größten Berühmtheit der Abtei, an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert, kam es in Sedlec zu einem umfangreichen gotischen Umbau. Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt war das wichtigste Denkmal davon, vom Abte Heidennreich errichtet. Sie besteht von einer fünfschiffigen, 50 m langen Anlage, woran ein dreischiffiges Transept anknüpft, den östlichen Abschluß bildet ein polygonaler Chor mit Umgang und Kapellenkranz, der Stil ging von der Überlieferung nordfranzösischer Kathedralgotik aus, deren wichtigsten Widerhall auf unserem Gelände sie darstellt. Dieser Zusammenhang, wiewohl in reduzierter Auffassung, zeigt sich nicht nur in der Grundrißkonzeption des Baues, sondern auch in Anwendung architektonischer Glieder, z.B.Bündel zylindricher Dienste am Pfeiler. Nordwärts von der Kirche liegt ein Friedhof mit Kapelle Allerheiligen und barockem Beinhaus, die Kapelle datiert um 1400.

  Im Laufe der Hussitenkriege wurde das Sedletzer Kloster zerstört. Einige Jahrhunderte lang stand es in Trümmern und es wurden darin lediglich die notwendigsten Räume repaiert. Erst gegen Ende des 17.Jahrhunderts war es möglich, an eine prinzipielle Rekonstruktion heranzugehen, um das Klosterareal in Stand zu setzen. 1693-1707 wurde die Kirche Mariä Himmelfahrt barock umgestaltet, genau gesagt im Stile der böhmische Barockgotik. An diesem Bau waren P.I.Bayer und hernach J. Santini beteiligt, lezterem gebührt der Hauptverdienst um ihr heutiges Aussehen. Der Barockumbau, geleitet von maximaler Berücksichtigung des monumenateln gotischen Erbes, bewahrt die Raumwirkung gothischer Kathedrale. Lediglich das barocke Gewölbe und die Höhenabnahme von Seitenschiffen ändert das Hergebrachte ab. Während nun der Bau an sich seinen vorwiegend gotischen Charakter im ganzen behält, kann das Inventar der Kirche, wovon Bilder des P. Brandl, M. L. Willmann und l.Chr.Liška am wertvollsten sind, seine Herkunft aus dem 18.Jahrhundert nicht verleugnen. In der äußeren Adaptation der Kirche machten sich Santinis Eingriffe besonders an der Westfassade bemerkbar mit Umbau des Schildes und Angliederung einer Vorhalle. 1709 - 1759 wurde nun das Konventgebäude errichtet. Dessen Räume sind zur Zeit für die Öfentlichkeit unzugänglich, benutzt von der Direktion tschechoslowakischer Tabakindustrie.

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